Mit Air Berlin nach Florida – und das Gep√§ck ist weg!

Wer fliegt schon am 01. April nach mit Air Berlin nach Florida? Ich! Der Flug war unschlagbar g√ľnstig, 644,39 Euro von Frankfurt √ľber Berlin nach Miami. Es ist „spring break“, hier wie dort und mithin neben Weihnachten die teuerste Reisezeit. So weit so gut.

Der Konzernumbau von Air Berlin ist in aller Munde, dass das Unternehmen tiefrote Zahlen schreibt auch. Das Risiko ist √ľberschaubar denke ich mir, solange Etihad den Laden √ľber Wasser h√§lt. Und das tun sie wohl wenigstens noch bis 2018.

Der Flug findet also statt, geht sogar einigerma√üen p√ľnktlich ‚raus und ich habe die erste kleine Etappe nach Berlin geschafft.

Der Weiterflug nach Miami wird bereits angezeigt und ich unke schon fr√∂hlich in mich hinein: Klasse Airline! Ich sitze mittlerweile in der Maschine nach Miami auf einem pr√§ferierten Gangplatz, studiere das Entertainment Programm und lege die Reihenfolge der Blockbuster fest, die ich schauen m√∂chte: „La La Land“, „Jennas Kuchen – F√ľr Liebe gibt es kein Rezept“, „Colonia Dignidad – es gibt kein zur√ľck“ und zum Schluss vor der Landung lieber noch etwas weniger Schweres: „Keeping up with the Joneses“. Prima!

Wie so oft soll man den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir sitzen brav auf unseren Pl√§tzen, 10 min, 20 min, es erfolgt die erste Ansprache des Captains zur Lage der Nation, 30 min, nach 40 min erfolgt die n√§chste Durchsage des Hausherren mit dem Hinweis „Es gab einen Personalwechsel in der Abfertigung, leider l√§uft alles noch nicht so wie es sollte… “ Ach was! Dann ergreift nach einer Stunde ein v√∂llig ver√§rgerter Pilot, der doch hoffentlich jetzt nicht fristlos k√ľndigt und von Bord springt, das Mikro: „Das ist wirklich unglaublich was hier l√§uft!“, entf√§hrt es ihm… oder soll ich sagen „entgleist“ es ihm? Wie auch immer, ich finde man h√§tte zumindest den Passagieren, vielleicht auch dem Pilot?, ein paar k√ľhle Drinks spendieren k√∂nnen.

Suddenly we are pushing back! Nach 1,5 Stunden starten wir tatsächlichen nach Miami! Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste und auch nicht hätte wissen wollen: Mein Gepäck und das von 20 anderen Passagieren steht wohl irgendwo, einsam und verlassen auf dem Vorfeld, wenn es nicht schon vorher im Tegelschen Labyrinth der Gepäckbeförderung verlustig gegangen ist oder direkt im Nirvana gelandet ist.

Mit einer Stunde Versp√§tung kommen wir in Miami an. Ich komme mir vor wie Bruno aus Dieter Wedels Dreiteiler „Wilder Westen inklusive“, der mit halboffenem Mund am mittlerweile gepl√ľnderten Gep√§ckband in Los Angeles steht. Keine Panik, sage ich mir, ich bin in Miami! Das Gep√§ckband stoppt und ich ahne was mich jetzt erwartet, oder soll ich lieber sagen was mich nicht erwartet? Mein Gep√§ck ist jedenfalls offensichtlich nicht mit von der Partie. Einer der √ľberall herumstehenden Koffer kann ich auch nicht mein eigen nennen. Wer wei√ü, wo ihre Reise eigentlich hingehen sollte.

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Property Irregularity Report

Mr. Jarvis ist der einzige Agent, der in Seelenruhe f√ľr jeden der 20 Passagiere nacheinander den „Property Irregularity Report“ (PIR) ausf√ľllt. Ein zweiter oder gar dritter Agent „is not on duty!“ Super! Wenigstens bin ich die Dritte in der Schlange. Auf einem Gep√§ckwagen mittels Durchschlagsformular auf Klemmbrett werden die Daten zusammengetragen. Das dauert. Der PIR ist √ľbrigens wichtig, denn ohne Vorgangsnummer hat man nicht allzu viel in der Hand, wenn man sp√§ter irgendwelche Anspr√ľche geltend machen will.

3 Stunden ¬†nach der Landung begebe ich mich auf den Weg ins Hotel – sichtlich „erleichtert“, zumindest was das Gewicht des Gep√§cks angeht. Die freundliche Rezeptionistin mit mexikanischem Akzent hat Mitleid mit mir – und bietet mir „without extra charge“ ein upgrade an – „ocean view and higher level“! Ich k√∂nnte sie knutschen!

P1020124Von meinem Balkon schaue ich auf das t√ľrkisfarbene Meer. Ich w√ľrde mich am liebsten in die Fluten st√ľrzen – dies gestaltet sich allerdings etwas schwierig ohne Bikini oder Badeanzug. Und so werfe ich erst einmal einen Blick in die Minibar, g√∂nne mir ein eiskaltes Budweiser. Yummy! Ohne¬†Klamotten und die notwendigsten Kosmetikartikel f√ľhlt man sich allerdings doch einigerma√üen aufgeschmissen und so laufe ich zu Fu√ü zur Lincoln Mall in Miami Beach, um mir die wichtigsten Sachen zu kaufen. Nach meiner inneren Uhr ist es 1 Uhr nachts. Ich bin hundem√ľde als ich bei CVS einfalle und v√∂llig planlos irgendwas in den Einkaufswagen schmei√üe… Zahnb√ľrste, B√ľrste, Eye Make Up Remover, Deo… wo soll ich anfangen, wo aufh√∂ren? Die Preise sind gepfeffert und der Dollarkurs nahe der Parit√§t macht auch keinen Spa√ü – jetzt sowieso nicht.

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Lincoln Mall at night – Miami Beach

Am n√§chsten Tag bekomme ich per Amadeus Messaging Server meine Vorgangsnummer zur Verlustmeldung geschickt mit dem Hinweis, dass man nicht wei√ü, wo sich mein Gep√§ck derzeitig befindet. Ich verdrehe die Augen, was nat√ľrlich wenig hilfreich ist. Freundlicherweise gibt man mir noch eine Telefonnummer der Flughafengep√§ckermittlung in Miami auf den Weg. Hier soll ich mich innerhalb der n√§chsten 5 Tage melden. Zeitgleich mache ich meine Angaben zum Gep√§ckverlust auf der entsprechenden Seite der Air Berlin Homepage.

Tagtäglich rufe ich die Nummer von Air Berlin am Flughafen Miami an. Da stellt man sich tot. Auch der E-Mail Server in Miami ist geblockt! Meine Gepäckverlustmeldung an Air Berlin wird nur mit einem lapidaren Eingangsschreiben quittiert. Aber immerhin habe ich jetzt eine weitere Air Berlin Рinterne Vorgangsnummer!

Nach 5 Tagen √ľbergibt Air Berlin die Suche an einen externen Dienstleister, Baggage Express, der nun weltweit f√ľr mich forscht. Ich wei√ü nicht genau, ob das gut oder schlecht f√ľr meine Gesamtsituation ist, aber √§ndern kann ich es ohnehin nicht. Tag f√ľr Tag decke ich mich sukzessiv mit (Bade-)Kleidung, Schuhen und Kosmetik ein, immer in Ma√üen und in der Hoffnung, dass mein Gep√§ck schon morgen fr√ľh f√ľr mich bereit stehen wird. Das passiert allerdings nicht.

Am 8. Tag kommt ein Anruf aus Miami. Ich befinde mich zurzeit auf Rundreise in Vero Beach, ca. 200 km n√∂rdlich von Miami Beach. „Hi, Tanja, we have your luggage here!“ Ich freue mich und denke, dass ich sp√§testens morgen fr√ľh alle meine geliebten Klamotten wieder habe. Zu fr√ľh gefreut. Jos√© macht mir deutlich, dass er nicht gewillt ist, das Gep√§ck nach Vero Beach zu bringen. Ich k√∂nnte es aber in Orlando abholen. Schlappe 2 Stunden Autofahrt trennen mich von der Disney-Hochburg. Nein, danke! Und so verabreden wir, dass sie mir das Gep√§ck am 9. Tag abends ¬†in mein n√§chstes Hotel in Sunny Isles, North Miami Beach bringen. Hooray!

Und dann stehe ich in der Lobby zur vereinbarten Zeit und warte… 10 min, 20, … 90 min und verziehe mich letztendlich maulig an die Bar. Am n√§chsten Morgen frage ich den Concierge nach meinem Gep√§ck. Wir durchforsten gemeinsam einen muffigen Abstellraum und ich sehe furchtbar viele Koffer – nur nicht meinen.

Am 11. Tag fahre ich w√ľtend zum Miami Airport und treffe dort eben jenen Mr. Jarvis an, mit dem das ganze Unheil begann. (Zugegebenerma√üen, Mr. Jarvis kann nichts f√ľr mein verlorenes Gep√§ck, aber zumindest f√ľr die Nichtzustellung nach Vero Beach und seine unglaubliche Gabe, Kunden im Regen stehen zu lassen). Ihr Gep√§ck wurde soeben in Ihr Hotel geliefert, informiert er mich mit dem vermutlich sch√∂nsten und breitesten Grinsen, mit dem er aufwarten kann. Oh, ja, ich h√§tte anrufen sollen… „You are kiddin‘, right?“, frage ich.

Mein Gep√§ck war wirklich da! Damit fing der √Ąrger eigentlich aber erst an. Trotz umfassender Schadensersatzbeschwerde¬†(Streitwert. 700 US$) mit Bezugnahme auf das Montrealer √úbereinkommen f√ľr Fluggastrechte mit Fristsetzung 12. Mai h√§lt Air Berlin an der Methode „Aussitzen bis der Arzt kommt“ fest.

Heute morgen war ich beim Rechtsanwalt. Ich habe Klage eingereicht. Das erste Mal in meinem Leben. Ich werde berichten wie es ausgeht.

Einige zusammenfassende Tipps:

  1. Gep√§ckverlust/-versp√§tung unbedingt sofort am Lost & Found Schalter melden, Property Irregularity Report (PIR) ausf√ľllen und darauf achten, dass man eine Vorgangsnummer bekommt!
  2. Alle Belege (Baggage Tag – Gep√§ckanh√§nger, Belege f√ľr Ersatzbeschaffungen, PIR gut aufheben (Fotos machen)
  3. Gepäckverlust der Fluggesellschaft bis zum 5. Tag melden (Online Formular auf Airline Homepage).
  4. Ab dem 6. Tag beim Gep√§ckermittlungsdienstleister (Baggage Express f√ľr Air Berlin) Angaben zum Kofferinhalt machen. Achtung! Hierzu ben√∂tigt man die Vorgangsnummer aus 1.!!!¬†http://worldtracer.aero/filedsp/ab.htm
  5. Wichtig! Wenn keine Schadensmeldung erfolgt ist, die Gepäckverspätung innerhalb von 21 Tagen (bei Gepäckbeschädigung 7 Tage) nach Aushändigung des Gepäcks schriftlich geltend machen, sonst entfällt der Anspruch auf Schadenersatz!
  6. Abwarten und Tee trinken oder gleich klagen…? It’s totally up to you! ūüôā
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Mein Florida <3

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Stromfreie Zeit im K√∂nigreich Swasiland: Mkhaya Stone Camp

Stromfreie Zeit im Königreich Swasiland:
Mkhaya Stone Camp

Mananga Border - Swasiland

Mananga Border – Swasiland

Auf unserer S√ľdafrika-Tour haben wir eine Besonderheit eingeplant: Eine Safari im Mkhaya¬†Game Reserve in Swasiland. ¬†An der Grenze Mananga gilt es daher erst einmal¬†ins K√∂nigreich einzureisen.¬†Also dann, ich sammle alle P√§sse meiner lieben Mitreisenden ein und marschiere zum Grenzh√§uschen. Ich hatte schon abenteuerliche Stories geh√∂rt von stundenlangen Wartezeiten an Swasilands Grenz√ľberg√§ngen und bin auf das Schlimmste gefasst.¬†Zu lange darf das hier nicht dauern, denn¬†wir m√ľssen um 16 Uhr am Mkhaya Game Reserve Eingang sein. Von dort werden wir dann zum¬†Mkhaya Stone Camp gef√ľhrt. Es wird schon gut gehen!

Von der Grenze Mananga zum Mkhaya Game Reserve sind es ungef√§hr 1 Stunde und 45 Min. zu fahren. ¬†5 Km nach der Grenze biegen wir links ab auf die MR24. Wir fahren bei Simunye zun√§chst meilenweit an Zuckerrohrplantagen und der¬†Zuckerrohrfabrik vorbei. Menschen laufen seelenruhig die Stra√üe entlang und tragen ihren Einkauf und sonstige Lasten traditionell auf dem Kopf. Man hat hier unendlich viel Zeit. Der Anblick beruhigt – irgendwie. Links und rechts stehen vereinzelt kleine, sehr einfache¬†Holzh√ľtten der Einheimischen. Wir teilen uns die Stra√üe mit Rindern, die¬†scheinbar herrenlos¬†in die gleiche Richtung laufen. Kinder spielen¬†am Stra√üenrand, einige haben keine Schuhe an. Das scheint ihnen nichts auszumachen, sie spielen Fu√üball oder Fangen, schauen kurz auf als wir vorbei kommen und konzentrieren sich dann wieder ganz auf ihre Spielkameraden. Weiter geht¬†es bei Ngomane auf¬†auf die MR3 via¬†Hlane Royal National Park Richtung Siteki (MR3), dann auf der MR16 Richtung¬†Big Bend¬†und schlie√ülich auf der MR8 Richtung Siphophaneni. Ca. 6 km vor Siphophaneni (10 m vor der Eisenbahnunterf√ľhrung) erreicht man einen kleinen Shop auf der rechten Seite. Dahinter befindet sich der Meeting-Point f√ľr die Abholung zum Mkhaya Game Reserve. Wer nach Navi fahren m√∂chte hat hier die Koordinaten: 26¬į41’02.2″S 31¬į44’47.8″E.

Spielende Kinder

Spielende Kinder

Punkt¬†16 Uhr werden wir von einem Ranger des Mkhaya Game Reserve abgeholt. Der kleine Konvoi mit¬†4 Fahrzeugen setzt sich in Bewegung. Allen voran f√§hrt unser Guide mit seinem Land Rover, gefolgt von zwei amerikanischen Touristinnen in ihrem Kompaktklassewagen. Die zwei sind¬†an das Fahren mit Gangschaltung aus den USA nat√ľrlich nicht gew√∂hnt. Das Auto heult jedes Mal gef√§hrlich auf, wenn ein Gangwechsel f√§llig wird. An letzter Stelle des Konvois¬†steht¬†unser Kleinbus, der zwar nicht gel√§ndetauglich ist, uns aber erstaunlich verl√§sslich durch halb S√ľdafrika chauffiert hat. Vor uns geht es bergab zu einem steinigem Flussbett, welches provisorisch Steinen ausgelegt ist. Sollen wir hier etwa passieren? Der Fluss f√ľhrt aktuell zwar nur wenig Wasser, aber vertrauenserweckend sieht die Strecke auch nicht gerade aus. Wir schauen uns in alle Richtungen um, ob es nicht doch eine ad√§quatere Alternative f√ľr diese Fluss√ľberquerung gibt. Dies scheint nicht der¬†Fall zu sein, denn der Land Rover vor uns gibt Gas, f√§hrt die Piste runter¬†und brettert durch das Flussbett, um dann am anderen Ende wieder m√ľhelos steil bergauf zu fahren. Die Amerikanerinnen halten kurz inne und scheinen die gleichen hilflosen Gedanken zu haben wie wir.¬†Sie z√∂gern kurz¬†und geben Gas! Alles was der kleine wei√üe Wagen zu geben¬†hat wird ihm erbarmungslos abverlangt.¬†Die zwei Frauen erreichen das Flussbett und poltern √ľber die Steine. Man h√∂rt das Knarzen der Gangschaltung und mit durchdrehenden Reifen jagen die beiden die Piste wieder bergauf. Sie machen sich offensichtlich keine Sorgen hier mit mit einem Achsbruch liegen zu bleiben. Die zwei haben es schon mal geschafft! Das m√ľssen wir nicht ganz neidlos anerkennen.¬†Die Lage scheint unausweichlich, now it’s our turn! Nun gilt es nicht nur, nicht im Flussbett mit¬†zu scheitern, sondern auch auf der anderen Seite wieder hinauf zu kommen ohne im Sand stecken zu bleiben. Los geht’s!¬†Holpernd fahren wir durch das Flussbett. Wir hopsen auf unseren Sitzen auf und ab wie bei Flugturbolenzen. Erleichtert erreichen wir das andere Ufer, als wie auch schon am Fu√üe der Anh√∂he voll Stoff geben und vereint gegen die R√ľckenlehnen gepresst werden. Wir kommen tats√§chlich oben an! Hooray, we made it!

Mkhaya Game Drive

Mkhaya Game Drive

Nach kurzer Fahrtzeit erreichen wir einen Rangerst√ľtzpunkt, wo wir unsere Fahrzeuge parken. Privatfahrzeuge sind im Schutzgebiet nicht erlaubt.¬†Auch sollte man darauf achten nur Handgep√§ck f√ľr die kurze dabei zu haben.¬†Nach einer kurzen Erfrischung mit eisgek√ľhlten Getr√§nken und kleinen Snacks brechen wir zu unserem ersten Game Drive auf. Wie steigen um in einen offenen Land Rover und erreichen bald eine gro√üe elektrische Zaunanlage mit einem Gatter. Dahinter beginnt die Wildtierzone des Mkhaya Game Reserve. Mkhaya ist die Bezeichnung f√ľr den hier sehr typischen Akazienbaum Acacia nigrescens (‚ÄöKnob tree‚Äô) mit seinen pockenartigen Ausw√ľchsen an den √Ąsten. Mkhaya beherbergt 4 der Big 5, L√∂wen gibt es hier nicht. Die Besonderheit an diesem einzigartigen Schutzgebiet ist, dass man hier den vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnash√∂rnern (Black Rhino) sehr nahe kommen kann. Weitere „tierische“ Highlights sind Nguni Rinder, Leierantilopen, Breitmaulnash√∂rner (White Rhino), Elefanten, Giraffen, B√ľffel, Nilpferde und Krokodile. Und los geht’s!¬†Die Fahrt mit unserem erfahrenen Ranger¬†Bongani¬†aus Swasiland geht durch die einzigartige Savannenlandschaft mit Dornen- und Akazienb√§umen, genannt Bushveld. Die rote Erde steht in √ľberw√§ltigendem Kontrast zum gr√ľnen Buschwerk. Wir ersp√§hen eine Giraffe, die vorsichtig die winzig kleinen Bl√§tter eines Baumes abzupft. Erhaben schreitet sie zwischen den B√ľschen hindurch! Was f√ľr ein sch√∂nes Tier! Wenig sp√§ter kommen wir an ein Wasserloch mit zwei B√ľffeln. Einer davon erledigt soeben sein Gesch√§ft, w√§hrend der andere hinter ihm gem√ľtlich im Wasser sitzt. Tiere sehen so etwas locker. Wat mutt dat mutt! Tiefer im Busch sehen wir einen wundersch√∂nen Nyala Bock und ein paar Zebras, die uns neugierig hinterher schauen. Bald¬†kommen wir an eine kleine Anh√∂he mit hohem Gras und wenig B√ľschen. Von hier hat man einen atemberaubenden Blick √ľber das Naturschutzgebiet. Bongani macht uns aber auf etwas anderes aufmerksam: Ein Breitmaulnashorn taucht keine 10m vor uns hinter einem Busch auf! Ein Wahnsinnskoloss! Aber was ist das?! Noch etwas Kleines bewegt sich in unmittelbarer

White Rhinos

White Rhinos

N√§he – wir trauen unseren Augen nicht! Ein Baby-Rhino! Es ist fast gar nicht zu erkennen hinter der wuchtigen Mutter, bis die zwei kurz die Richtung wechseln und auf uns zu trotten. Das Kleine weicht seiner Mutter nicht von der Seite. Die Mutter richtet ihre gro√üen Ohren, die an jene von „Shrek“ erinnern, reihum in alle Richtungen aus und beh√§lt uns fest in Blick. In unserem Jeep k√∂nnte man jetzt eine Stecknadel fallen h√∂ren. Wir wagen kaum zu atmen! Dann drehen die beiden Unpaarhufer entspannt um und verschwinden wieder im Busch. Ein zu s√ľ√üer Anblick!

Leierantilope - Tsessebe

Leierantilope – Tsessebe

Aufgeregt fahren wir weiter und entdecken eine Herde Leierantilopen! Sie stehen im Verdacht, die schnellste Antilopenart Afrikas zu sein. Leider m√∂gen Sie ihre Rennf√§higkeiten im Moment nicht unter Beweis stellen. Nach einiger Zeit kreuz und quer durch den Busch h√§lt¬†Bongani und schaltet den Wagen ab. Er blickt durch sein Fernglas und deutet uns, absolute Stille zu bewahren. Vor uns schreitet das seltene, √§u√üerst scheue Spitzmaulnashorn, das Black Rhino, durch das hohe Gras. Wir sehen deutlich den Unterschied zum Breitmaulnashorn: Es hat einen Sattelr√ľcken wie ein Pferd und ein schmaleres Maul mit

Black Rhino

Black Rhino

spitz zulaufenden Lippen. Auch ist das Black Rhino nicht so wuchtig wir das White Rhino. Wir sind √ľberw√§ltigt, dass wir dieses einst hier erbarmungslos verfolgte Tier beobachten k√∂nnen. Langsam setzt die D√§mmerung ein. Bevor wir das Camp erreichen sehen wir noch an einem anderen Wasserloch Giraffen ihren Durst l√∂schen! Was f√ľr ein Tag! Bongani setzt uns sicher im Camp ab. Er l√§chelt fr√∂hlich und ich glaube er freut sich, uns einen so grandiosen Tag beschert zu haben. Wir sind ihm unendlich dankbar! Wir verlassen den hochgebockten Land Rover √ľber eine Rampe und werden von der Rezeptionistin freundlich empfangen. F√ľr das Twin Cottage zahlen wir ZAR 4320 (245 ‚ā¨ pro Nacht) inklusive Vollpension, zwei Game Drives und einen Bushwalk in traumhafter Kulisse. Die afrikanische Sonne hat sich soeben verabschiedet und wir sind ganz aufgeregt, was uns im Mkhaya Stone Camp erwarten wird, denn es gibt hier eine Besonderheit: Dieses Camp verf√ľgt nicht √ľber Strom! Also: Handys, Rasierer und F√∂n ad√©! Luftgetrocknete M√§hne und Dreitagesbart sind angesagt! Mit Petroleumlampen werden wir entlang schmaler Wege durch den Wald gef√ľhrt. Sp√§testens nach 50m habe ich komplett meine Orientierung verloren! Die Stone Cottages sind zu allen Seiten offen, lediglich eine halbhohe Stahlt√ľr sch√ľtzt vor gr√∂√üeren Tieren. Die Betten sind mit Insektennetzen ausgestattet. √úberall stehen Petroleumlampen, die uns helfen unsere Utensilien im Handgep√§ck zu finden.¬†Auch zur Toilette geht es mit dem Petroleumlicht. Von hier kann man in den Busch blicken, soweit es das Sternenlicht erlaubt. Ich kneife meine Augen zusammen. Langsam weiten sich die Pupillen und gew√∂hnen sich an die Dunkelheit. Ich bin ganz aufgeregt und das erste Mal seit langem habe ich richtige Abenteurer-Gef√ľhle.¬†Wir machen uns f√ľr den Abend fertig, denn jetzt geht es zum 5-G√§nge-Busch-Dinner am offenen Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel Afrikas.

Campfire Mkhaya Stone Camp

Campfire Mkhaya Stone Camp

Ein Highlight jagt hier das N√§chste! Wir sitzen um das Lagerfeuer bei Kerzenschein, Rotwein und einem hervorragenden Men√ľ. Noch lange sitzen wir da und lassen diesen au√üergew√∂hnlichen Tag Revue passieren, bis unsere Servicedamen in traditioneller¬†Swasi-Tracht¬†zu afrikanischen T√§nzen bitten.¬†Ich darf allerdings tiefenentspannt hinter meinem Rotweinglas sitzen bleiben.¬†Nach diesem wundersch√∂nen Abend liegt jeder in seinem Buschbett mit zugezogenem Insektennetz. Wir lauschen den Ger√§uschen der Nacht. War das eine Hy√§ne? Welches Tier raschelt da, wer bringt da die √Ąste zum brechen? Obwohl ich mich zwinge wach zu bleiben und weiter der „Musik“ Afrikas zu lauschen, falle ich schneller als mir lieb ist in einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Mkhaya Stone Camp Twin Cottage

Mkhaya Stone Camp Twin Cottage

„Good Morning“, fl√ľstert eine Frauenstimme leise. Bin ich im Paradies? Ich schaue mich um, die Sonne wird bald aufgehen und langsam erkenne ich, dass wir uns tats√§chlich mitten im Busch befinden. Ich kann von meinem Bett rundum in die Wildnis schauen. Ein paar Nyalas und ganz viele Impalas streifen umher. Mein Herz tut nicht nur deshalb einen Sprung vor Gl√ľck, sondern auch weil vor mir auf einem kleinen Tablett die Frau mit der sanften Stimme dampfenden, frisch gebr√ľhten Kaffee begleitet von einer kleinen Auswahl Geb√§ck abgestellt hat! Abgesehen davon, dass man mich in aller Herrgottsfr√ľhe geweckt hat, finde ich tats√§chlich paradiesische Zust√§nde vor! Schnell versuche ich den Vorhang zu √∂ffnen und mich und aus dem Bett zu sch√§len. Meine grobmotorischen F√§higkeiten versagen allerdings zu diesem fr√ľhen Zeitpunkt. Irgendwann schaffe ich es dennoch zum rettenden Kaffee!

Noch vor dem Fr√ľhst√ľck begeben wir uns auf unseren Sunrise Gamedrive. Heute ist Ostersonntag und das Mkhaya Stone Camp hat sich f√ľr die G√§ste etwas Besonderes ausgedacht. √úberall im Schutzgebiet haben sie gro√üe, bunte Pappmaschee-Eier versteckt. Jedes gefundene Ei d√ľrfen wir sp√§ter in ein kleines Pr√§sent umtauschen. Unser lieber Guide Bongani wartet bereits auf uns in seinem Gel√§ndewagen. Wir verlassen das Camp durch einen Schutzzaun, welches Nashorn & Co. abh√§lt in das Camp einzudringen. Noch ist es sehr frisch und ganz allm√§hlich geht die Sonne auf. Es ist ein wundersch√∂ner Morgen und wir freuen uns auf unseren Ausflug. Ein paar Impalas¬†springen direkt auf unseren Weg. Kurze Zeit darauf¬†ersp√§hen wir¬†Perlh√ľhner. Wir sind g√§nzlich entz√ľckt, als wir wenig sp√§ter im Mutter und Baby Nashorn von gestern sehen, wie sie eng aneinander gekuschelt im Sand

Mutter und Baby Rhino

Mutter und Baby Rhino

liegen und d√∂sen. Wir k√∂nnen uns kaum von diesem Anblick trennen. Bongani grinst und wartet so lange, bis auch der Letzte von uns sich ann√§hernd satt gesehen hat. „Ok?“ fragt er, „Can we go?“ Wir nicken, obwohl wir eigentlich „Nein“ meinen. Dann gibt er l√§chelnd langsam Gas. So cruisen wir holpernd auf roten Wegen durch die Landschaft. Im hohen Gras¬†sieht man¬†pl√∂tzlich einen ausgestreckten Schwanz mit kleiner Quaste am oberen Ende, der sich fluchtartig von uns entfernt. Ein Warzenschwein! Dieser typische, antennengleich aufgerichtete Schwanz hat dem Warzenschweinen den Spitznamen „Radio Afrika“ eingebracht. Es vergeht eine Weile, da finden wir unter einem Busch unser erstes Papp-Ei! Juchuu! Bongani lacht ausgelassen, weil wir mit der gleichen Begeisterung das Ei entdeckt haben wie so manch ein Tier. Nat√ľrlich wird gleich diskutiert, wer denn als erster den „Da ist ein Ei-Schrei“ in die Wildnis ausgesto√üen hat.¬†Leider d√ľrfen wir das Ei nicht selber bergen, das erledigt Bongani aus Sicherheitsgr√ľnden f√ľr uns!¬†Grinsend kommt er mit der fetten Beute in der Hand wieder zur√ľck zum Land Rover und √ľbergibt uns feierlich das Papp-Ei! Nachdem wir uns¬†zur Gen√ľge¬†mit Ruhm √ľbersch√ľttet haben, konzentrieren wir uns wieder ganz auf das Wesentliche. Wir sehen eine Herde Gnus. Es sind sogar einige wei√üe Gnus dabei und dies sind wohlgemerkt keine Albinos!

Gnus - Wildebeests

Gnus – Wildebeests

Die Fahrt f√ľhrt uns schlie√ülich weiter an das Wasserloch von gestern. Morgens kann man mit gro√üer Wahrscheinlichkeit Tiere sehen. Und tats√§chlich! Drei Nash√∂rner liegen faul mit dem Po zuerst im seichten Wasser. Wir k√∂nnen die Tiere aus naher Entfernung eingehend beobachten. Ihre K√∂pfe ruhen am Ufer w√§hrend der Rumpf sich ins k√ľhle Nass ausstreckt. Am anderen Ende des Wasserlochs beobachten wir, wie ein Flusspferd ins Wasser stapft. Es paddelt einige Zeit im Wasser umher und n√§hert sich sukzessiv den d√∂senden Nash√∂rnern. Was hat es denn nur vor? Neue Freundschaften¬†schlie√üen? Wir sind gespannt was passiert, denn das Hippo ist jetzt schon auf Tuchf√ľhlung mit dem Po des einen Nashorns, als wolle es an ihm knabbern. Das Nashorn scheint sich darauf hin in seiner Komfortzone bedr√§ngt zu f√ľhlen. Es richtet sich abrupt aus dem Wasser auf und dreht

Naughty Hippo

Naughty Hippo

seinen schweren Kopf in Richtung Hippo. Doch noch ist das Hippo v√∂llig unbeeindruckt und sperrt tats√§chlich sein Maul weit auf um am Nashornpo zu knabbern. W√ľtend richtet das Rhino sein m√§chtiges Horn wie ein Waffe gegen das Hippo, das nun mit einem Riesensatz in Richtung Wassermitte platscht. Mit den Jungs ist nicht gut Kirschen essen, scheint es zu denken und gibt die Ann√§herungsversuche vorerst auf.

So viel tierische Erlebnisse machen ungemein hungrig. Nach 2 Stunden voller fantastischer Tierbeobachtungen treten wir die R√ľckfahrt an und freuen uns auf ein herzhaftes Buschfr√ľhst√ľck. An der offen gehaltenen Camp-Rezeption l√∂sen wir aber erstmal unsere Ostereier ein. Ich w√§hle Amarula-Pralinen! Amarula ist die afrikanische Antwort auf Baileys, schmeckt aber nat√ľrlich viel besser!

Campfire Mkhaya Stone Camp

Campfire Mkhaya Stone Camp

Um die Feuerstelle sind schon f√ľnf Tische liebevoll eingedeckt. Unser Toast wird bereits √ľber dem Feuer auf den Punkt ger√∂stet. R√ľhreier mit Speck, frisches Obst, Joghurt und M√ľsli mitten¬†in der Wildnis zu genie√üen hat noch mal wieder eine ganz andere, eine ganz besondere Qualit√§t. Affen h√§ngen in den B√§umen und scheinen nur darauf zu warten, dass wir endlich das Feld r√§umen. Aber wir sind in Afrika und haben unendlich viel Zeit! Gut gest√§rkt machen wir einen Rundgang zum nahegelegenen ausgetrockneten Flussbett und einem erh√∂hten, durch Palisaden¬†gesch√ľtzten¬†Lookout und sehen ganz viele Antilopen. Wir relaxen noch ein wenig im Stone Cottage und machen uns schlie√ülich fertig zum Bushwalk.

Afrikanischer B√ľffel

Afrikanischer B√ľffel

Mit grenzenlosen Urvertrauen zu Bongani wandern wir durch die Savanne Swasilands. Irgendwann stoppt er vorsichtig und h√§lt seine Hand hoch, um uns zu signalisieren es ihm gleich zu tun. Er fl√ľstert: „Buffalo, one o’clock“. Flott rotten wir uns sch√ľtzend hinter ihm zusammen als ob dies der sicherste Platz unter der Sonne Afrikas sei. Sch√§tzungsweise in 100 m Entfernung steht der Einzelg√§nger und starrt in unsere Richtung. B√ľffel sehen allerdings √§u√üerst schlecht, sie haben daf√ľr einen um so ausgepr√§gteren Geruchssinn. Bongani pr√ľft die Windrichtung. Steht der Wind ung√ľnstig, wird der ca. 700kg schwere Koloss bereits von uns Witterung aufgenommen haben. B√ľffel gelten als die gef√§hrlichsten Tiere der afrikanischen Savanne. F√ľhlen sie sich bedroht greifen sie ohne Vorwarnung an hei√üt es. Wenn allerdings davon die Rede ist, dass mehr Menschen von B√ľffeln als von L√∂wen zu Tode gekommen sind, dann ist das wohl eher auf durch J√§ger verletzte Tiere zur√ľckzuf√ľhren, die den Angriff als letzten Ausweg sehen.

Mit diesen eindrucksvollen Erlebnissen verabschieden wir uns aus Swasiland und einer traumhaften Zeit im Mkhaya Stone Camp! Eines wei√ü ich bestimmt: Ich komme eines Tages wieder zur√ľck! Danke, Bongani!

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Trauminsel Anna Maria Island oder Wo Snowbirds √ľberwintern

Anna Maria Island

Anna Maria Island

Es h√∂rt sich vielleicht paradox an, aber manchmal ist Reisen auch ein bisschen wie „nach Hause kommen“. F√ľr mich ist das meine pers√∂nliche Lieblingstrauminsel am Golf von Mexico: Anna Maria Island, kurz AMI.¬†Sobald ich das Einwanderungsprozedere an einem der zahlreichen Immigration-Counter in Miami, Orlando oder Tampa hinter mich gelassen habe und alle Fragen des diensthabenden Immigration Officers zu seiner vollsten Zufriedenheit beantwortet habe, √ľberkommt mich das vertraute Gef√ľhl wieder zu Hause zu sein. Wenn mir nur kurze Zeit sp√§ter die subtropische W√§rme beim Verlassen des klimatisierten Flughafengeb√§udes wohlig entgegenschl√§gt, ich das erste „Hi, how are you doin‘ today?“ am Car Rental Counter h√∂re, mit dem Mietwagen, vorzugsweise einem Mustang Convertible, „Five Guys“ f√ľr einen Burger ansteuere und dann abends beim Spaziergang meinen ersten Delfin am f√ľr mich allersch√∂nsten Strand der Welt auf AMI sichte, dann bin ich angekommen! Zu Hause anzukommen hei√üt dummerweise aber auch, nicht wieder weg zu wollen. Daher ist f√ľr mich der Abschied von „meinem“ Florida immer so gar nicht witzig. Und so hoffe ich gleichzeitig inst√§ndig auf einen tropischen Sturm, den Konkurs der Fluggesellschaft oder einen Lottogewinn um da bleiben zu k√∂nnen. Der einzige Trost ist dann f√ľr mich, dass ich ja bald wieder hier sein werde.

Beach Cottages AMI

Beach Cottages AMI

Die kleine 11 km lange Insel am Golf von Mexico ist eine absolute Perle in Florida! Anna Maria steht f√ľr einen meilenweiten Strand so wei√ü wie Schnee, puderzuckerzart, so dass er buchst√§blich unter den F√ľ√üen knirscht. Das gem√ľtliche Strandparadies ist Lebensraum f√ľr Pelikane, Strandreiher, Ibisse, Delfine, Seek√ľhe und Meeresschildkr√∂ten. Kleine bunte H√§user zieren die Insel und geben ihr diesen unvergleichlichen Charme. Hier gibt es keine Hotelbunker, die das Landschaftsbild verschandeln, sondern nur schmucke Privath√§user oder kleine Beach Club – Einheiten f√ľr die Ferieng√§ste. Anna Maria hat sich daher durch strikte Bauregulationen die altfloridianische Atmosph√§re erhalten k√∂nnen. Es gibt keine T-Shirt¬†oder Souvenirshops der Sorte Massenware aus Fernost, sondern nur kleine, h√ľbsche Islandboutiques. Keine Drive-Thru-Ketten st√∂ren das Idyll, die Restaurants hier sind vielfach familiengef√ľhrt. Mein Lieblingsrestaurant „Sandbar“ liegt so traumhaft, dass abends die Menschen hierher pilgern, um den Sonnenuntergang √ľber dem t√ľrkisblauen Meer bei einem leckeren Red Snapper und einem Gl√§schen guten Weines zu bewundern.
Das W√∂rtchen „crowded“ ist unbekannt auf Anna Maria Island und ihren drei Strandabschnitten Anna Maria Beach, Holmes Beach und Bradenton Beach. Die Str√§nde sind nur an den Stellen mit √∂ffentlichen Parkpl√§tzen gut besucht und das auch nur w√§hrend der Saison. Im Sommer hat man die Str√§nde nahezu f√ľr sich. Stellt dann in 100 m Entfernung jemand seinen Liegestuhl auf, dann spreche ich schon scherzhaft von „Mallorca-Feeling“. Die Atmosph√§re ist hier so pers√∂nlich, dass der „Strandneuank√∂mmling“ kurz zur Begr√ľ√üung winkt. √úberhaupt gr√ľ√üen die Anna Maria Islander immer und √ľberall freundlich! Bei Begegnungen auf den langen Strandspazierg√§ngen geht man nicht einfach nur aneinander vorbei. Ein „Hi“ geht immer und geh√∂rt hier zum guten Ton! Wer das nicht tut outet sich so manches Mal als Neuank√∂mmling aus Europa. Aber auch diese Spezies wird recht schnell von der sympathischen Art und Weise, wie man hier miteinander umgeht, angesteckt.

Die Sandbar - ein Gewitter zieht vorbei

Die Sandbar – ein Gewitter zieht vorbei

Je n√§her man an die Nordspitze der Insel kommt, aufgrund seiner Form auch Bean-Point genannt, desto einsamer wird es. Hier oben sieht man dann nur noch wunderh√ľbsche Villen hinter dem D√ľneng√ľrtel. Hin und wieder sieht man sorgsam abgesperrte Nester der Meeresschildkr√∂ten, die hier jedes Jahr von Mai bis Oktober ihre Eier ablegen. Freiwillige Helfer laufen dann jeden Morgen zur D√§mmerung die Str√§nde abschnittsweise nach den trecker√§hnlichen Spuren der Schildkr√∂ten im Sand ab, um Nester¬†aufzusp√ľren und diese sorgsam abzustecken. In dieser Zeit gilt: Kein k√ľnstliches Licht am Strand! Die frisch geschl√ľpften Schildkr√∂tenbabies orientieren sich auf ihrem Weg vom Nest ins Meer am Mondlicht und w√ľrden durch andere Lichtquellen abgelenkt werden. Dies gilt auch f√ľr Stra√üenbeleuchtung und strandnahe Beleuchtung der H√§user. Kerzenscheinromantik ist hier also staatlich verordnet! Die farbenfrohe, karibisch anmutende Insel hat noch immer die Gem√ľtlichkeit des „Old Florida-Charmes“, fernab vom Trubel in Miami oder auch von der Disney-Hochburg Orlando.

Beach view from AMI cottage

Beach view from AMI cottage

Und so hoffe ich jedes Mal, wenn ich diesen wundersch√∂nen Ort wieder verlasse, dass ich vielleicht irgendwann auch einmal f√ľr l√§ngere Zeit hier bleiben kann. Am liebsten¬†w√ľrde ich im Winterhalbjahr Europa den R√ľcken kehren, um dann f√ľr 6 Monate, vorzugsweise im eigenen kleinen H√§uschen, den „Snowbird“ zu machen. Snowbirds nennt man Rentner und sonstige „Ausrei√üer“, die der kalten Jahreszeit entfliehen, um sich unter der Sonne Floridas zu w√§rmen. Die us-amerikanischen Einwanderungsgesetze erlauben zwar nur einen drei-monatigen Aufenthalt in den USA, aber es ist auch m√∂glich ein Visum f√ľr 6 Monate zu beantragen, wenn man den Beh√∂rden klar machen kann, dass man eben doch nur long-term vacationer ist und sich nicht dauerhaft in den USA absetzen will. Daf√ľr m√ľsste man n√§mlich stolzer Besitzer einer green card sein. Und wenn man nicht

  • in irgendeiner Form hochqualifiziert ist und vom us-amerikanischen Arbeitsmarkt sowas von gesucht ist ODER
  • in us-amerikanische Unternehmen investiert und dabei mindestens 10 Arbeitspl√§tze schafft ODER
  • sich einen us-amerikanischen Ehepartner sucht ODER
  • ein gl√ľckliches H√§ndchen bei der Green Card Lottery hat

dann heißt es leider wieder spätestens nach einem halben Jahr Abschied nehmen.

F√ľr mich¬†hei√üt es dann also erst einmal gesund bis zur Rente zu kommen und dann flei√üig Green Card Lottery zu spielen oder den europ√§ischen Sommer f√ľr mindestens ein halbes Jahr in vollen Z√ľgen zu genie√üen, um dann wieder zugvogelartig auszub√ľchsen.

Je nach Perspektive habe ich ja leider oder zum Gl√ľck noch einige Jahre Zeit! Bis dahin verschlinge ich die Geschichten und Tipps anderer Auswanderer und solcher, die es gerne werden m√∂chten… so wie ich.

Lesetipp:

Überwintern in Florida: Wie ich mein eigenes Häuschen in einer 55+ Community fand

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Bushbaby – Alarm im Marloth Park S√ľdafrika

Crocodile River zwischen Kr√ľger Park (hinten) und Marloth Park

Crocodile River zwischen Kr√ľger Park (hinten) und Marloth Park

Auf unserer Rundreise durch S√ľdafrika im Fr√ľhling 2015 machen wir (sechs Reisejunkies dreier Generationen) einen Stopp im¬†Marloth Park. Marloth Park ist ein privates Naturschutzgebiet am S√ľdrand des Kr√ľger Nationalparks. Der Crocodile River und ein hoher Zaun trennen den Marloth Park vom Kr√ľger Park, so dass Raubtiere wie L√∂wen, aber auch Elefanten und B√ľffel hier nicht hinein kommen. Der besondere Reiz dieses Gebietes liegt indes darin, dass man¬†sich¬†zu Fu√ü auf die Pirsch begeben kann, w√§hrend man im Kr√ľger Park nur an wenigen ausgewiesenen Stellen aussteigen darf. Zwischen den H√§usern des Parks gibt es keine Z√§une, so dass sich Kudus, Strau√üe, Giraffen, Zebras und Co. √ľberall frei bewegen k√∂nnen. Diesen Wildtieren kann man daher in diesem Park sehr nah kommen. Nach Einbruch der Dunkelheit geh√∂rt der Park ganz den Tieren, dann soll man sich nur noch im Fahrzeug bewegen, wenn unbedingt n√∂tig. Man kann abends bei einem Glas s√ľdafrikanischen Wein auf der Veranda sitzen und die Wanderung der Elefanten im Crocodile River Flussbett beobachten. Herrlich!

Mvuradona Lodge - Marloth Park

Mvuradona Lodge – Marloth Park

Unmittelbar nach Einfahrt in den Park kommt uns die erste Giraffe auf der Zufahrtsstra√üe entgegen. Sie h√§lt den¬†Linksverkehr allerdings nicht ein ‚Äď wir weichen aus auf die rechte Seite. Faszinierend grazile Tiere! Wenig sp√§ter checken wir in der Mvuradona Lodge, direkt am Crocodile River gelegen,¬†ein. Wir¬†haben uns die Honeymoon Suite mit Bed & Breakfast und Dinner geg√∂nnt und zahlen f√ľr 2 N√§chte ZAR 4.576 (270 ‚ā¨),¬†gebucht √ľber¬†booking.com. Die¬†kann man nat√ľrlich auch herrlich genie√üen, wenn man kein Honeymooner ist. Eine Karaffe mit Sherry steht f√ľr uns bereit in dem wundersch√∂nen Zimmer und l√§dt direkt zu einem kleinen Welcome-Schl√ľckchen ein. Der Sherry geh√∂rt √ľbrigens¬†in den meisten Lodges zum Standard und wird immer wieder aufgef√ľllt.¬†Diese sch√∂ne Tradition¬†haben wir wohl den Engl√§ndern zu verdanken. Ein idealer Betthupferl! Yum! Unser Zimmer ist

Honeymoon Suite - Mvuradona Lodge

Honeymoon Suite – Mvuradona Lodge

wundersch√∂n¬†in¬†afrikanischen Erdt√∂nen¬†eingerichtet mit viel Teakholz und einem¬†Bett mit Moskitonetz.¬†Der Raum ist den traditionellen afrikanischen Rundh√ľtten mit strohverkleideter Decke nachempfunden. Drau√üen gibt es einen Pool und Deckchairs auf der gro√üen Holzterrasse. Eine Feuerstelle¬†l√§dt abends zum Relaxen ein. Es kommt direkt „Out of Africa“ –¬†Feeling auf!

Zebras am Wasserloch der Lodge

Zebras am Wasserloch der Lodge

Am n√§chsten Morgen erwartet uns drau√üen am hoteleigenen Wasserloch schon ein gedeckter Fr√ľhst√ľckstisch mit leckeren¬†Spezialit√§ten¬†und duftendem Kaffee. Wir sitzen herrlich entschleunigt da und genie√üen die Ruhe bei der dritten Tasse als aus dem Unterholz eine Herde Zebras ans Wasserloch trottet.¬†Seelenruhig l√∂schen die Tiere ihren Durst. Schon mal mit wilden Zebras gemeinsam gefr√ľhst√ľckt? Einfach stark! So kann der Tag starten! Die Zebras sind ziemlich neugierig und kommen n√§her. Man merkt, dass sie hier an die N√§he von Menschen gew√∂hnt sind, ganz anders¬†als im Kr√ľger Park. Wir verhalten uns ganz still und versuchen uns in ganz langsamen Bewegungen.¬†Die Zebras¬†trauen sich bis an unsere Fr√ľhst√ľcksterrasse heran. Ein kleines Zebra ist auch mit dabei und beobachtet uns neugierig. Irgendwann ziehen sich die Tiere zur√ľck und geben dabei acht, dass auch das Kleine wieder mit von der Partie ist.

Freilaufende Zebras im Marloth Park

Freilaufende Zebras im Marloth Park

Abends ziehen wir gemeinsam am Crocodile River entlang zum Sundowner Hotspot. Von hier hat man einen herrlichen Blick √ľber die Flussbettebene. Auch andere Tierbeobachter finden sich ein. Die einen haben Rucks√§cke prall gef√ľllt mit Proviant dabei, die anderen haben eine Flasche Wein und Gl√§ser mitgebracht und so macht es sich jeder hier gem√ľtlich. Fotografen schrauben gewaltige Teleobjektive auf ihre Profikameras und positionieren ihre Stative. Noch sind keine Tiere zu sehen, aber alle warten geduldig aber gespannt ab. Langsam senkt sich die afrikanische Sonne, als eine Herde von

Elefantenherde durchquert den Crocodile River

Elefantenherde durchquert den Crocodile River

mindestens 20 Elefanten aus dem Busch trottet und langsam den Crocodile River durchquert. Wir sind wahre Gl√ľckspilze! Wir beobachten, wie ein ganz Kleines seiner Mutter wegrennt und diese den kleinen Ausrei√üer schnell wieder einf√§ngt. Halbstarke „Teenie“-Elefanten fangen an, miteinander zu raufen, w√§hrend die Elefantentanten ‚Äď man meint fast‚Äď kopfsch√ľttelnd zusehen. Ein Elefantenbaby¬†platscht an einer¬†tieferen Stelle ins¬†Wasser und scheint nicht mehr heraus zu kommen. Z√§rtlich stupst eine Elefantenkuh das Kleine mit der Nase wieder auf den richtigen Pfad. Das ist so unglaublich s√ľ√ü! Die ganz Kleinen k√∂nnen ihre R√ľssel noch gar nicht richtig kontrollieren und so schlackern sie beim Laufen unbeherrscht herum.

Kleiner Ausreißer

Kleiner Ausreißer

Langsam wird es¬†dunkel.¬†Noch einmal kommen die Dickh√§uter ganz dicht an den¬†Zaun auf unserer Seite, um¬†ein paar √Ąste¬†von den B√§umen zu naschen, bevor sie dann¬†langsam wieder im Busch verschwinden. Wir stehen noch lange am Crocodile River bis wir wirklich gar nichts mehr sehen k√∂nnen und uns auf den Heimweg zum Candlelight-Dinner auf der sch√∂nen Terrasse aufmachen.

Elefanten am Crocodile River

Elefanten am Crocodile River

Bushbaby

Bushbaby

Nun k√∂nnte der Tag ruhig ausklingen. K√∂nnte.. Wir sind jedoch kaum fertig mit dem Essen, da springt ein Bushbaby auf unseren Tisch. Das Geschirr scheppert und wir erschrecken gewaltig. Dieser kleine Primat mit den gro√üen Augen hat es offensichtlich auf unser Essen abgesehen. Lachend eilt ein Angestellter der Lodge mit einer Banane herbei. Ah ja, man kennt sich. Unser¬†kleiner neuer Freund ist mit der edlen Spende zufrieden und verzieht sich wieder in die Dunkelheit. Am Abend jedoch ‚Äď wir sitzen alle noch gem√ľtlich in der offenen Lounge bei einem Glas Wein ‚Äď kommt der kleine Abenteurer zur√ľck. Mit einem gewaltigen Sprung aus dem Nirvana landet er direkt auf einer Sessellehne, um von dort aus mit einem weiteren beherzten Sprung¬†auf der Schulter eines¬†unserer m√§nnlichen Mitreisenden¬†zu landen.¬†Der Adressat der Begierde hat jedoch¬†zu seinen Ungunsten¬†nichts zu fressen parat! Das findet unser Bushbaby gar nicht witzig, zwickt¬†sein ahnungsloses¬†Opfer daher √ľberm√ľtig¬†in den Finger und macht Jagd auf den n√§chsten von uns! Der Kleine scheucht uns sechs kollektiv von den Pl√§tzen und um die Sitzgruppe herum! Keiner m√∂chte gerne seinen Finger mit einer Banane verwechselt wissen. Kawutsch! Wieder ein gigantischer Sprung √ľber einige Meter in Richtung vorzugsweise unserer m√§nnlichen Mitreisenden. Das geht eine ganze Weile so. Irgendwann realisiert der nachtaktive kleine ‚ÄěGalago‚Äú, dass es hier und heute Abend wohl doch nichts mehr zu holen gibt und verschwindet mit einem s√§uglingsartigen Schrei (Bush‚Äúbaby‚Äú) wieder in die Nacht.

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Pizzakrieg unter der Brooklyn Bridge – Grimaldi’s vs Juliana’s

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Pizza essen in New York? Wo wenn nicht in DER besten Pizzab√§ckerei New Yorks – im legend√§ren Grimaldi’s. Schon von weitem sieht man die Massen vor dem Eingang an der Front St Ecke Old Fulton St geduldig anstehen. √úbrigen hier z√§hlt: Nur Bares ist Wahres! Ohne cash l√§uft hier nichts. Was wir von hier auch sehen, ist, dass beim Nachbarrestaurant Juliana’s eine nicht minder gro√üe Meute auf Einlass wartet. Was nicht jeder wei√ü: Die beiden italienischen Familien haben sich j√ľngst eine bittere Fehde geliefert. Aber keine Angst! Dieser Streit wurde ganz zivilisiert vor Gericht ausgetragen, geschossen wird hier nicht! Die Geschichte die dahinter steckt ist sehr interessant, denn eigentlich ist das „Juliana’s“ das wahre „Grimaldi’s“ und das kam so: Patsy Grimaldi, der mittlerweile fast 90j√§hrige Senior, der das Pizzabacken bereits mit 10 Jahren erlernte, er√∂ffnete 1991 „Patsy’s Pizzeria“ in Brooklyn, und zwar dort, zwei T√ľren weiter, wo heute das „Juliana’s“ angesiedelt ist, in 19 Old Fulton St. In dem festen Glauben, dass in Kohlestein√∂fen die besten „Pies“ (New Yorkerisch f√ľr Pizza) – gelingen, musste Patsy Grimaldi nach Brooklyn ausweichen, da in Manhattan diese √Ėfen aus Feuerschutzgr√ľnden verboten waren. Das „Grimaldi’s“ hie√ü also vormals „Patsy’s“. Dieses f√ľhrte allerdings im Jahre 1995 zu einem handfesten Krach mit den neuen Besitzern der Pizzeria „Patsy’s“ in Harlem, die das gleichnamige Restaurant von Patsy Grimaldis verstorbenen Onkel √ľbernommen hatten. „Patsy’s“ wurde also zwangsweise in „Grimaldi’s“ umfirmiert. Der eigentliche, filmreife Pizzakrieg begann allerdings im Jahre 1998, als Patsy Grimaldi im Rentenalter von 66 Jahren seine Pizzeria zu einem Spottpreis von 500.000$ an Frank Ciolli verkaufte. 2011 musste Ciolli jedoch aufgrund eines Streits mit dem Vermieter mit dem „Grimaldi’s“ in die aktuelle Location, nur ein paar H√§user weiter, umziehen. Das nahmen Patsy und seine Frau Carol nach 15 Jahren wohlverdientem Rentnerdaseins zum Anlass, in das angestammte Restaurant in der 19 Old Fulton Street zur√ľck zu kehren und das „Juliana’s“, benannt nach Patsys Mutter, zu er√∂ffnen. Frank Ciolli versuchte die Er√∂ffnung des „Juliana’s“ zu verhindern und verklagte die Grimaldis, mit der Neuer√∂ffnung des „Juliana’s“ eine Wettbewerbsklausel verletzt zu haben. Begr√ľndung: Er habe nicht nur die Einrichtung gekauft sondern auch den „Commercial Goodwill“ und rechnet mit Gesch√§ftseinbu√üen von nicht hinnehmbaren 30%. Die Klage wurde fallen gelassen und so f√ľhren die beiden Rivalen ihre Gesch√§fte nun T√ľr an T√ľr weiter. Dramatischerweise ist das „Juliana’s“ mittlerweile im Tripadvisor Ranking an seinem Rivalen vorbei gezogen, zeitweise steht der Pizzatempel sogar an Nummer 1 in Brooklyn.

Grimaldi's und Juliana's unter der Brooklyn Bridge

Grimaldi’s und Juliana’s unter der Brooklyn Bridge

Juliana’s (rote Markise) und Grimaldi’s (No 1 Front Street) unter der Brooklyn Bridge
Das Juliana’s habe ich noch nicht getestet, wohl aber das Grimaldi’s zahlreiche Male. Die Pizza und das Flair in dem alten wie auch in dem neuen Restaurant war und ist einzigartig. Im alten Grimaldi’s war es nach herrlich italienischer Art eng und laut und der Service flott. Die Pizza wurde auf Metallgestellen serviert, weil auf den kleinen, dicht an dicht stehenden Tischen sonst keine Teller mehr hingepasst h√§tte. √úberall hingen gerahmte Schwarzwei√ü-Fotos. Die Atmosph√§re war grandios! Du hattest freien Blick auf den Ofen und die flinken Pizzab√§cker. Ein Kellner hat mich sogar nach einem Jahr einmal wieder erkannt: „You’ve been here last spring, haven’t you?“ Tats√§chlich, vor einem Dreivierteljahr war ich schon mal hier. Das muss ein typischer Fall von fotografischem Ged√§chtnis sein. Anders kann ich es mit nicht erkl√§ren, ich bin schlie√ülich hoffentlich nicht besonders negativ aufgefallen! Das neue Grimaldi’s ist gr√∂√üer und von der oberen Etage kann man auch wieder das handwerkliche Treiben am Ofen bestaunen. Und das „Juliana’s?“ Nun ja, ich werde es bei meinem n√§chsten Trip testen und euch meine Bewertung mitteilen, aber egal wie mein Votum ausfallen wird, ich werde immer ein Anh√§nger des „Grimaldi’s“ bleiben, denn der war ich schon, als es den ganzen Pizza-Hype um dieses Restaurant noch nicht gab.

Gest√§rkt mit Pizza – in welchem der beiden Etablissements auch immer – und einem Brooklyn Lager (das gibt es leider nur im Juliana’s, das Grimaldi’s hat keine Schanklizenz!) machst du dich nun auf den Weg auf den sch√∂nsten Spaziergang New Yorks, dem auf der Brooklyn Bridge zur√ľck nach Manhattan. Der Aufgang befindet sich unter der Br√ľcke an der Ecke Cadman Plaza E / Prospect Street. Von da erwartet dich die 1,9 km lange Traumroute √ľber den East River mit Blick auf die Skyline bis zur City Hall. Der Brooklyn Bridge Walkway f√ľhrt eine Etage √ľber dem Autoverkehr, so dass du nicht nur die gigantischen Br√ľckenpfeiler bestaunen kannst, sondern auch den Verkehr unter dir.

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Mietwagen in Florida: Lohnt sich der SunPass oder Toll-By-Plate?

Um mautpflichtige Stra√üen (Toll) kommt man in Florida nicht herum, zumindest nicht, wenn man ein wenig Rundreisen m√∂chte. Fr√ľher brauchte man noch Coins, allen voran die 25 Cent M√ľnze – der Quarter – um Toll f√ľr die Nutzung von Br√ľcken, Turnpikes und anderen mautpflichtigen Stra√üen bezahlen zu k√∂nnen. Man hortete brav alle Quarters im Auto, damit man dann an den Maut-Stationen (Toll Plaza) seine gesammelten Coins in das daf√ľr vorgesehene S√§ckchen schmei√üen konnte und anschlie√üend freie Fahrt bekam.

Aber Vorsicht! Im Staate Florida werden an einigen Straßen nur elektronische Vorab-Bezahlssysteme wie das Toll-By-Plate Verfahren oder der SunPass akzeptiert (z. B. Floridas Turnpike oder der Crosstown Expressway in Tampa).

Der SunPass¬†ist ein Transponder, der an der Windschutzscheibe angebracht wird und beim Durchfahren der Mauststationen die Abbuchung der Strecke veranlasst. Es gibt zwei verschiedene Varianten: Der SunPass Portable (19,95 $) und der SunPass Mini (4,95 $). Der SunPass Mini ist eine Art Sticker und kann nicht auf ein anderes Auto √ľbertragen werden (√§hnlich der √∂sterreichischen Vignette – dem „Pickerl“) und kann nicht f√ľr Motorr√§der genutzt werden (ist ja im Allgemeinen auch nicht erforderlich). Beide P√§sse m√ľssen vor der Nutzung registriert werden und mit mindestens 10 $ aufgeladen werden. Du bekommst die Sunp√§sse z. B. bei Publix, CVS/Pharmacy oder Walgreens.¬†F√ľr einen Vergleich der Sunp√§sse und weiteren Infos siehe hier:

https://www.sunpass.com/pdf/MiniWebPDF_E-01-2016.pdf

Toll-by-Plate hei√üt, dass dein Kennzeichen beim Durchfahren einer Mautstation fotografiert wird und die Geb√ľhren entsprechend √ľber das Mietwagenunternehmen abgerechnet werden (√§hnlich der Lkw-Maut in unserem Lande).

Einen sehr guten Kostenvergleich zwischen SUNPASS, TOLL-BY-PLATE und CASH unter Angabe der Ersparnisse bei Nutzung der Bezahlverfahren und außerdem eine Angabe der Strecken, auf denen nicht cash bezahlt werden kann, findest du unter diesem Toll-Rate-Calculator:

http://floridasturnpike.com/TollCalcV5/index.htm

Die Mietwagenunternehmen bieten pauschale¬†Toll-By-Plate-Programme an. Die Geb√ľhren variieren stark, also vorher informieren. Insbesondere Dollar/Thrifty hat Abzockerprogramme! Einige¬†„Jungs“ scheinen drauf spezialisiert zu sein, dir weismachen zu wollen, dass man ohne dieses Extra nicht mehr¬†durch Florida kommt! Das ist Quatsch! Es geht! Nur: Es gibt Ausnahmen! G√ľnstig ist eben nicht immer toll! Bei Alamo war es beispielsweise immer¬†problemlos. Nichts, was einem aufgeschwatzt wird, das man nicht will! Sehr angenehm! Ein Vergleich: Toll-By-Plate bei Dollar f√ľr 52,49$ w√∂chentlich, hingegen Toll-by-Plate bei Alamo/Enterprise/National 19,75$ f√ľr die gesamte Mietzeit! Ein Kostenvergleich der verschiedenen Mietwagenunternehmen hier:

https://www.tollbyplate.com/rentalcar

Eine sehr gute Suchmaschine f√ľr Mietwagenangebote ist billiger-mietwagen.de. Ich buche meine Mietwagen weltweit ausschlie√ülich √ľber dieses Portal, da ein guter Vergleich hinsichtlich der Leistungen und Versicherungen m√∂glich ist und ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe (au√üer dass ich das Unternehmen „Dollar“ mittlerweile trotz unschlagbar g√ľnstiger Angebote umgehe – eben weil ich zweimal nicht die besten Erfahrungen gemacht habe – lange Wartezeiten bis das Auto zur Verf√ľgung stand, lange Wartezeiten am Schalter, zweifelhafte Verkaufspolitik). Hier gibt es f√ľr dich den den Link:
Mietwagen Preisvergleich: G√ľnstig mieten

Klar, als Urlauber will man sich nicht noch mit¬†den verschiedenen Tarife auseinandersetzen, sondern einfach losfahren und l√§sst sich letztendlich auf diese „Angebote“ ein. Und nat√ľrlich ist man auf der sicheren Seite, wenn man einfach das „Toll-By-Plate“ – Verfahren hinzubucht. ¬†Andererseits ist es allerdings auch¬†nicht einzusehen √ľber 100¬†Dollar (durch gro√üz√ľgige Geb√ľhren eines bestimmten Mietwagenunternehmens) zu zahlen und dann, ein bis zweimal √ľber eine mautpflichtige Strecke zu fahren, die man letztendlich per cash oder Kreditkartenzahlung f√ľr ein paar lausige „Bucks“ bek√§me:

  1. Beispiel: die Fahrt von Fort Myers √ľber die Br√ľcke nach Sanibel Island:
    6 $ f√ľr das Returnticket
  2. Beispiel: Fahrt von Naples √ľber die Alligator Alley (Interstate US 75) nach Miami Beach:
    3 $ pro Strecke (Achtung hier nicht auf Florida’s Turnpike fahren, sondern von der¬†I75 auf die I595 E bis Ft Lauderdale Airport, dann auf die I95 bis zur Ausfahrt 4, dort auf ¬†die I195¬†E¬†fahren¬†bis Miami Beach)
    alternativ: die I75 bis zum Ende Miami Lakes durchfahren und dann den Palmetto Expressway (Highway SR 826) und von dort wieder auf die I95, dann siehe oben.
  3. Fahrt √ľber die Tampa Bay via eindrucksvollem Sunshine Skyway nach St. Pete:
    1,25 $ (!!!). Mit dem SunPass w√ľrde √ľbrigens auch 1$ abgebucht werden.
Achtung: Ohne Sunpass oder Toll-by-Plate - rechst abbiegen!

Achtung: Ohne SunPass oder Toll-by-Plate – rechst abbiegen!

Also, √ľberlege dir¬†gut, ob du¬†den SunPass oder das Toll-By-Plate Verfahren brauchst! Und dennoch: „Toll Violence“ ist teuer und √§rgerlich, denn „zur√ľckfahren“ oder gar umdrehen kann man eben nicht mehr, wenn man einmal auf der Toll-Strecke gelandet ist. Neben der Toll-Geb√ľhr werden dann auch noch Straf- und administrative Geb√ľhren f√§llig, die direkt von deiner, beim Mietwagenunternehmen hinterlegten Kreditkarte, abgebucht werden. Auf manchen Strecken, wie zum Beispiel dem Florida Turnpike zu den Keys, n√§mlich zwischen Miami und Homestead bist du gezwungen, mit dem Sunpass oder dem Toll-By-Plate Verfahren zu zahlen, ohne vorab gebuchtes Bezahlsystem, sei es nun der SunPass oder das Toll-by-Plate Verfahren wird es teuer!

Fazit:

  1. Die wenigen Strecken, auf denen nur ein Vorab-Bezahlsystem wie der SunPass oder das Toll-by-Plate Verfahren akzeptiert wird, kann man in Florida prima umfahren!
  2. Die Kostenersparnisse mit Vorab-Bezahlsystemen gegen√ľber Cash-Zahlung auf regul√§ren Mautstrecken sind nur gering!
  3. Mit den Vorab-Bezahlsystemen bist du allerdings auf der sicheren Seite, falls du dich doch einmal verf√§hrst und aus Versehen auf einer diesen „Only SunPass oder Toll-by-Plate“ Strecken landest!
  4. Wenn du dich f√ľr ein Vorab-Bezahlsystem entscheidest, dann vergleiche die Geb√ľhren¬†der¬†verschiedenen Mietwagenunternehmen!
  5. Manchmal geht es auf den Toll-Strecken, auf denen nur Vorab-Bezahlsysteme akzeptiert werden (wie Florida’s Turnpike)¬†eben doch etwas flotter. Denn wer zahlt, hat auch mehr Komfort!

In diesem Sinne, viel Spa√ü beim „Cruisen“ auf Floridas Stra√üen! Let the World be your Oyster!

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Florida – pauschal in the „Tipping Country“

Nun fliege ich seit √ľber 25 Jahren regelm√§√üig in die USA. Niemals habe ich hierher pauschal √ľber einen Reiseveranstalter gebucht. Bew√§hrt hat sich immer die fr√ľhzeitige Flugbuchung (die besten Preise gabe es immer 9-10 Monate vor Reisebeginn). Dann erfolgte die Hotel-/Appartementbuchung und schlie√ülich das Auto.

In diesem Jahr war alles anders! Die Appartementpreise in Floridas guten Lagen am Golf von Mexico waren exorbitant hoch, die Flugpreise stiegen mit Aufruf der jeweiligen Webseite von Mal zu Mal.  Und dann der Dollarkurs! Zum Heulen! Egal was ich probiert habe, die Preise waren einfach nicht mehr cool! (Beschissen wäre noch geprahlt!).

Irgendwann habe ich dann aus lauter Verzweiflung Buchungsseiten wie Expedia, Opodo, Ab-in-den-Urlaub und sonstige Reisevermittlungsportale angeklickt. Bei Schauinsland bin ich tats√§chlich f√ľndig geworden. Ich habe meinen Augen nicht getraut: 16 N√§chte ab D√ľsseldorf mit Air Berlin nonstop nach Fort Myers im 4,5 Sterne Hotel La Playa Beach & Golf Resort am sch√∂nen Vanderbilt Beach f√ľr 1898 unschlagbare Euronen pro Person. Bei Booking.com war das Hotel bereits ausgebucht. Lediglich ein Mondpreis von 13.000 ‚ā¨ wurde f√ľr den selben Zeitraum ausgespuckt. Die Zimmerpreise fangen bei ca 270 US ¬†Dollar an, hinzu kommt eine Resortfee (Geb√ľhren f√ľr Poolnutzung, Handt√ľcher, Liegen, Schirm und Beachchair) von 30 USD. Upgrade auf Meerblickzimmer bei Verf√ľgbarkeit wurde zus√§tzlich in Aussicht gestellt. Der Booking Button war schnell gedr√ľckt! Von Naples ist ein Trip in die Everglades, auf die Trauminseln Sanibel und Captiva, aber auch nach Miami nicht besonders weit, so dass man tolle Tagestrips von hier aus unternehmen kann. Denn eines ist klar, auch wenn der Strand noch so traumhaft ist, irgendwann muss Action her. Den ganzen Tag am Strand liegen, das ist nicht unbedingt mein Ding. Da wir aber jeden Tag zahlreiche Delfine beim Jagen oder einfach nur beim Ziehen entlang der K√ľste in Strandn√§he bewundern konnten, waren unsere Strandaufenthalte l√§nger als wir geplant hatten. Diese Meeress√§uger zu beobachten und zwischen ihnen herum zu schwimmen ist einfach faszinierend.

Das Resort¬†ist super! Tolle Anlage mit rundum netten, unaufdringlichem Service: Beachboys, die mit Akkubohrschrauber bewaffnet, dir deinen Riesenschirm in den Sand bohren¬†und die Liegen mit Beachbuggies angefahren und aufstellen. Immer gepaart mit nettem Smalltalk und der Aufforderung, ihnen beim kleinsten Pups Bescheid zu sagen, falls sie¬†sonst noch etwas f√ľr dich tun¬†k√∂nnen. Dazu hisst du einfach die Flagge, die hinter deinem Liegen-Schirm-Arrangement in den Sand gepiekt wird. Und schon kommt ein „Wunschaufnehmer“ anbei geeilt. Darf es ein Cocktail sein oder ein Sandwich? Oder ein eiskaltes Towel um den sonnenattackierten K√∂rper runterzuk√ľhlen?

Am Anfang ist man dann immer noch etwas gestresst, auch gen√ľgend einzelne Dollar parat zu haben, man ist ja in „Tipping Country“. Hier lebt man in den zahlreichen Dienstleistungsberufen vom Kellner bis zum Zimmerm√§dchen nun einmal vom Trinkgeld. W√§hrend man bei uns oftmals beobachtet, dass bei einem Preis von 55,80 „gro√üz√ľgig“ auf 56 ‚ā¨ aufrundet, ist das in den USA undenkbar. 15 bist 20 % des Preises in Restaurants sind ein Muss! Alles andere deutet auf miserablen Service und/oder Essen hin und wird direkt hinterfragt. Hier im Hotel wird vorsichtshalber ein¬†Tipp von 20 % direkt auf den Preis geschlagen.

Das Zimmerm√§dchen bekommt jeden Tag ein Paar Dollar, die Beachboys und auch die Jungs, die f√ľr das „Valet Parking“ zust√§ndig sind. Und da komme ich zur n√§chsten Besonderheit in den USA. In den besseren Hotels parkst du deine Kiste nicht selber ein. Oh nein! Hier gibt es Valet Parking!¬†Das kostet dann auch noch einmal 27 Dollar am Tag, ohne Tipp, versteht sich. Ab einem Aufenthalt von 7 Tagen entf√§llt diese Fee! Yay! Gl√ľck gehabt, das Geld haben wir dann lieber in extra Burger und Steaks investiert!¬†Du f√§hrst also direkt vor das Hotel und die Jungs bringen deinen Wagen in die Parkgarage. Wenn du dein Auto wieder haben willst wird es dir gebracht. Am Anfang habe ich das als etwas anstrengend erachtet. Mittlerweile ist es cool sich auch um das nicht mehr zu k√ľmmern. Au√üer: Immer gen√ľgend Dollarscheinchen dabei zu haben. Gar nicht so einfach, wenn man fast immer nur mit Kreditkarte zahlt. Das artet manchmal sogar in Stress aus, den man hier versucht mit allen Mitteln und wirklich professionell zu verhindern.

Fazit: Ein toller Urlaub mit allen Annehmlichkeiten, die das Leben so zu bieten hat und ideal f√ľr Tagesausschw√§rmer zu den unterschiedlichsten Locations. Ein solches Angebot w√ľrde ich immer wieder annehmen. Aber: Ich bleibe ein Ferienhaus/Appartement-Typ, parke meine Kiste am liebsten selber und schleppe meinen¬†Krempel selber an den Strand. Dies ist bei dem hier vorherrschenden √úberern√§hrungsangebot aus Fitnessaspekten auch nicht schlecht. Au√üerdem macht am Strand das Biertrinken heimlich aus dem brown bag¬†viel mehr Spa√ü als total legal am hotellizensierten Strand. Wenn das der Sheriff w√ľsste… ūüėÄ

 

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Good Morning Sunshine State!

Es tut einfach gut wieder hier zu sein! Gut, der erste Tag ist immer noch im Slow Motion – Modus und der Jetlag f√ľhrt zu pr√§seniler Bettflucht, die einen schon um drei Uhr nachts die Kaffeemaschine anschmei√üen l√§sst, obwohl es daf√ľr noch nicht wirklich an der Zeit w√§re. Aber: Der Vorteil ist, dass man schon mit aufgehender Sonne an den Strand pilgert, die Pelikane Fische jagen und Delfine auftauchen sieht. Alles ist noch unwahrscheinlich gem√ľtlich… und das √§ndert sich auch nicht bedeutend. Der Ranger vom Delnor-Wiggins State Park hisst soeben die Flagge des Tages: ¬†Lila und Gr√ľn! Gr√ľn steht f√ľr „Low Hazard“, geringe Gefahr, ruhige See, keine Str√∂mungen (habe ich hier in dem sanft abfallenden Wasser auch noch nie erlebt). Lila steht f√ľr „Dangerous Marine life“. Zwischen Mai und Oktober ist „Stingray Season“, also hin und wieder beim ins Wasser gehen, mal den „Stingray Shuffle“ anwenden. Das hei√üt, es kann Sinn ergeben, mit den F√ľ√üen den weichen Sand aufzuwirbeln. Dann verschwinden die Rochen blitzschnell. Was soll ich sagen? Ich fahre seit 25 Jahren an den Golf von Mexico, habe zweimal einen Rochen im Wasser gesehen und bin immer v√∂llig sorglos ins Meer¬†gelaufen. Und das macht hier eigentlich jeder so. Das Risiko geht also gegen Null und f√ľr das Restrisiko gilt zumindest f√ľr mich: No Risk – No Fun! Das war es dann aber auch schon mit gef√§hrlichem Marine Life.

Wir spazieren also den meilenlangen Vanderbilt Beach entlang. Es sind so fr√ľh morgens nur wenige Strandspazierg√§nger unterwegs. Die aufgehende Sonne taucht den Strand und das Meer in ein wundersch√∂nes, klares Licht. Pelikane fliegen uns entgegen, Ibisse und Strandreiher suchen nach kleinen Krebsen und der Strandbuggy, besetzt mit dem Sea Turtle Ranger, kommt uns entgegen. Er f√§hrt nach und nach alle Nester ab und checkt, ob neue hinzugekommen sind. Das sieht er an den trecker√§hnlichen Spuren, die die Meeresschildkr√∂ten hinterlassen, wenn sie an den Strand robben, um f√ľr die Eierablage ein geeignetes Pl√§tzchen am Strand zu finden. „Mornin‘ guys“ ruft er uns zu und wie gr√ľ√üen fr√∂hlich zur√ľck. Leider ist er zu flott unterwegs, um ihn zu fragen, wann die letzten ¬†„Schildis“ geschl√ľpft sind. Vor uns tauchen drei Delfine abwechselnd aus dem Wasser. Sie ziehen ca. 10 Meter parallel zum Strand in Richtung State Park! Wir begleiten sie noch eine ganze Weile, laufen immer ein St√ľck mit und sind wahnsinnig stolz, immer wieder an der Stelle zu stehen, an der sie gerade wieder auftauchen! Es ist noch nicht so hei√ü, aber trotzdem sind die kleinen Sprints am Strand eine recht schwei√ütreibende Angelegenheit. Die Delfine sehen wir so direkt vor uns viermal. Ah, sind wir clever, denken wir zumindest, bis die drei von jetzt auf gleich 100 Meter weiter aufs offene Meer schwimmen, um dort wieder aufzutauchen! Ich glaube die drei Meeress√§uger haben die ganze Zeit nur Katz‘ und Maus mit uns gespielt!

 

 

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Midtown Manhattan – Drei Insider Tipps

1) Komme ganz gro√ü ‚Äėraus bei „15 Seconds of Fame“ am Times Square!¬†

"15 Seconds of Fame" American Eagle Times square

„15 Seconds of Fame“ American Eagle Times Square

Werde ber√ľhmt¬†bei 15 Seconds of Fame! Kaufe ein schickes Teil im Flagship Store von American Eagle am Times Square, dann kannst du dich ablichten lassen, einen coolen Spruch w√§hlen und schon 10 min sp√§ter bist du f√ľr 15 Sekunden in √úberlebensgr√∂√üe auf der AE-LED-Leuchtreklametafel am Times Square zu sehen! Be famous! Ein Heidenspa√ü!

2) Prunkvollster Bahnhof der Welt: Grand Central Station oder „Liebeserkl√§rung in der Fl√ľstergalerie“

Grand Central Station

Grand Central Station

Wundersch√∂n und faszinierend zugleich ist der Jugendstilbahnhof Grand Central Station. Ein absolutes MUSS! Er ist der gr√∂√üte Bahnhof der Welt bezogen auf die Anzahl der Bahnsteige und die daf√ľr genutzte Fl√§che! Dieser Endbahnhof mit der wundersch√∂nen goldenen Uhr (Wert laut Sotheby‚Äôs bis zu 20 Mio USD wegen der aus Opal gefertigten Zifferbl√§tter) protzt zudem mit 10 vergoldeten Kronleuchtern. Als w√§re dies nicht schon genug, ziert die Decke einen mediterranen Sternenhimmel mit 2500 Sternen. Ja, ja, die Vanderbilts wussten schon genau, wie man kr√§ftig auf die Sahne schl√§gt! Der Himmel zeigt sich allerdings aus der Sicht Gottes und spiegelt nicht unseren Blick in die Sterne wieder. Das sollte wohl nicht so sein. Ein Skizzenchaos war wohl daf√ľr verantwortlich. Der Fehler wurde aber niemals korrigiert.

Au√üerdem gibt es eine geheimnisvolle Fl√ľstergalerie vor der ber√ľhmten Oyster Bar. Hier ist der perfekte Ort f√ľr eine Liebeserkl√§rung oder einen Heiratsantrag! Wenn der Antragende seine schmeichelnden Worte unter dem Rundbogen in der einen Ecke gegen die Wand fl√ľstert, dann kann es der Lieblingsmensch auf der gegen√ľberliegenden Ecke klar und deutlich aufgrund eines akustischen Ph√§nomens, sozusagen auf ‚Äětelegrafische‚Äú Weise, h√∂ren. Und wenn dann den Turteltauben noch nach einer Runde Tennis spielen ist, k√∂nnen sie dies zu einem Schn√§ppchenpreis von 200 USD und mehr pro Stunde auf der vierten Etage im Vanderbilt Tennis Club tun. √úbrigens, es muss keiner Angst haben hier seinen Zug zu verpassen. Denjenigen, die immer und √ľberall auf den letzten Dr√ľcker aufkreuzen wird hier ein Schnippchen geschlagen: Alle Uhren gehen n√§mlich eine Minute vor! Es gibt √ľbrigens auch selbstgef√ľhrte Audiotouren durch die Grand Central Station!

3) Macy’s am Herald Square: „Shop ‚Äėtil you drop or just ride the historic wooden escalators!“

Historic wooden escalator Macy's - Herald Square

Historic wooden escalator Macy’s – Herald Square

Schlendere¬†auf dem Broadway entlang bis zur 34th Street und statte Macy‚Äôs am Herald Square einen Besuch ab. Wer starke Nerven hat und gegen s√§mtliche Formen der Reiz√ľberflutung immun ist, findet hier sein Eldorado! Ich bin in diesem Labyrinth des gr√∂√üten Kaufhauses des Welt (bis 2009, dann haben die Koreaner die Schlacht der Superlative gewonnen) jedes Mal hoffnungslos √ľberfordert und beschr√§nke mich auf die Besichtigung der sch√∂nen Holzrolltreppen. Die weltweit erste ihrer¬†Art wurde im Jahr 1902 in Betrieb genommen. Viele dieser antiken St√ľcke wurden bereits restauriert. Dabei wurden entweder die Stufen¬†und/oder die Seiten durch Metallteile ersetzt und mit Sicherheitstechniken ausgestattet. Es gibt aber auch noch das Original komplett aus Eichen/Eschenholz! Im zum Broadway gerichteten Geb√§udeteil wirst beispielsweise f√ľndig zwischen 5. und 9 Stock oder vom Basement („The Cellar“) zum 1. Stock hoch. Aber Vorsicht! Die guten alten St√ľcke sind nicht High Heel – tauglich! Nimm deine Kids an die Hand! Drei Kinder haben bereits ihre Finger irgendwo zwischen¬†den Streben gelassen!

Sch√∂n ist √ľbrigens auch die¬†Easter Flower Show (wenn denn gerade Ostern ist)! Kleiner Tipp: Vorsichtig beim Eintreten in den Parf√ľmeriebereich! Wer hier den Hasenzickzacklauf nicht in seiner Vollendung beherrscht, wird hoffnungslos von mit Flakons bewaffneten Damen von allen Seiten mit den neusten D√ľften zugespr√ľht! (Dann hilft nur noch der Distanzflirt von Ecke zu Ecke im Grand Central Terminal oder ein beherzter Sprung in den Hudson!). Ach ja, wer dann wirklich nicht unter einer Shoppingblockade ob des Riesen√ľberangebotes leidet, der sollte sich den Touri-Rabatt von 10% mit dem Visitor Saving Pass (erh√§ltlich im Visitor Center auf dem Mezzanine Floor) sichern! √úbrigens, rund um Macy‚Äôs haben sich s√§mtliche Flagship Stores gro√üer Marken angesiedelt! Du bist heute shopping-avers unterwegs? Get outside, grab a coffee and enjoy the spectaculous view on the Empire State Building and wait patiently until she (he?) will be showing up again!

Abschlie√üender Lesetipp: Diese wundersch√∂ne Lekt√ľre von Edward Rutherford √ľber die Geschichte New Yorks habe ich k√ľrzlich regelrecht verschlungen! Anhand von vier Familien zeichnet Rutherford in so beeindruckender Weise die Entwicklung¬†New Yorks von der Gr√ľndung bis in die heutige Zeit nach, dass dies¬†selbst f√ľr Geschichtsmuffel ein Genuss ist! Das Buch eignet sich prima vor oder nach einem New York Trip oder immer dann wenn man einfach einmal eintauchen mag in die faszinierende Welt New Yorks, von damals bis heute.
Im Rausch der Freiheit: Der Roman von New York

 

 

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