Namibia

Rundreise durch ein zauberhaftes Land

Eine fantastische Tierwelt, atemraubende Sonnenuntergänge, idyllische Lodges in einzigartiger Natur und ein Sternenhimmel zum Greifen so nah – das verbinde ich mit Namibia.

In diesem Blogbeitrag nehme ich dich daher mit auf eine zauberhafte Reise durch ein vielfältiges, zauberhaftes, für mich unvergessenes Land.

Im Überblick siehst du die Route, Lodges und Sehenswürdigkeiten zum Nachreisen oder einfach nur als Inspiration für deine eigene Rundreise, zugeschnitten auf deine eigenen Bedürfnisse. Die Rundreise haben wir zu Fünft erlebt. Drei Dinge waren uns dabei wichtig:

  • Die Tour haben wir für die 2-wöchige Herbstferienzeit geplant.
  • Tierbeobachtungen standen im Fokus der Reise, daher haben wir diese in der Trockenzeit unternommen. In dieser Zeit ist Wasser so rar, dass viele Tiere an den wenigen Wasserlöcher in der Etosha-Pfanne zu sehen sind.
  • Wildtiere, Wüste und Meer – das Ziel war, möglichst viel zu sehen und zu unternehmen, ohne dass die Streckenabschnitte zu lang werden. Das kam ein wenig der Quadratur eines Kreise gleich, aber es hat funktioniert. Diesem Kompromiss fiel allerdings der Süden Namibias um Lüderitz zum Opfer, denn auch bei Rundreisen mit kleinem Zeitfenster soll ja auch noch irgendwo der Moment genossen werden können, ohne von Highlight zu Highlight zu hetzen. Und manchmal bedarf es doch ein wenig Geduld, bis man denn endlich einen Löwen entdeckt.

Aber nun der Reihe nach:

Station 1: Auftakt der Rundreise auf der Afrika Farm „Ondekaremba“

Relaxen am Pool – nach einem langen Flug

Nach über 11 Stunden Flug gibt es nur einen Wunsch: Ausruhen unter der Sonne Afrikas! Auf gar keinen Fall möchte man nach Übernahme des Mietwagens noch stundenlang mit selbigem durch die Lande cruisen. Ein Liege am Pool inmitten der Wildnis, ein kühles Bier, eine kleine Wanderung durch die Buschsavanne und am Abend eine Farmrundfahrt, die ersten Begegnungen mit den heimischen Tieren – das ist Ondekaremba! Nach nur 10-minütiger Fahrt landen wir in dieser landschaftlich reizvollen Oase und erleben erstmals Afrika pur! Auf einem Gamedrive im offenen Geländewägen sehen wir nach kurzer Zeit die ersten Tiere: Haartebeester! Dies ist der Name in der ehemaligen Amtssprache „Afrikaans“ für Kuhantilope. Außerdem laufen uns Springböcke, Kudus, Paviane und Warzenschweine über den Weg. Heimisch sind hier über 100 Vogelarten – vom Webervogel bis zum Strauß. Die afrikanische Buschsavanne kann man hier auch auf den gut begehbaren Wanderwegen auf eigene Faust erkunden.

Erdmännchen auf Ondekaremba

Der Nestbau der Webervögel ist übrigens Männersache! Nach Fertigstellung präsentiert das Männchen der Partnerin seiner Wahl die Prachtbehausung. Die Mädels sind bei der Begutachtung äußerst kritisch! Sie inspizieren die gesamte Behausung sehr genau.

Auch ein Bruchtest wird abgehalten! Dabei krallen sie sich ins Nest und ruckeln daran. So manch ein Nest hat sich dabei wieder in seine Einzelbestandteile aufgelöst. Das Männchen darf dann Überstunden in Sachen Nestbau schieben.

Abstecher nach Windhuk

Christuskirche Windhuk

Die Hauptstadt Windhuk ist 40 km entfernt. Alle Sehenswürdigkeiten Windhuks kann man hervorragend zu Fuß erkunden. Die schöne Christuskirche ist das Wahrzeichen von Windhuk. Sie wurde als Friedensdenkmal zum Abschluss der Kämpfe zwischen den Deutschen, den Nama und Herero 1910 erbaut. Besonders angetan hat es mir der „Tintenpalast“ (das Parlament Namibias und ehemaliger Verwaltungssitz der deutschen Kolonie) inmitten der leuchtend purpurfarbenen Jaracandas.

Am besten lässt man sich einfach durch das Kleinstädtchen treiben. Ich habe einem der zahlreichen fliegenden Händlern zwei handgeschnitzte Erdmännchen abgekauft, die mich mehrmals beim Vorbeilaufen in ihren Bann gezogen haben. Im Biltong Shop der kleinen Shopping Mall „Wernhilpark“ haben wir leck

eres Biltong erstanden. Hier werden über 20 verschiedene lose Sorten des Trockenfleisches angeboten, die man sich je nach Gusto zusammenstellen lassen kann. Ein leckerer Snack zwischendurch!

Himba-Frau mit Söhnen

Und dann trifft doch noch Tradition und Moderne in dieser Stadt zusammen. Einige Frauen des Stammes der Himba kommen in die Stadt, um Besorgungen zu machen. Sie fallen direkt auf durch ihre spärliche Bekleidung, der außergewöhnlichen Haartrachten und nicht zuletzt der rotbraun gefärbten Haut. Im Gegensatz zu unserem Kulturkreis finden Himba die weibliche Brust so nicht erotisch. Deshalb muss sie auch nicht bedeckt werden. Anders steht es mit den Fußknöcheln der Frau – sie gelten als erogene Zonen und sind daher mit zahlreichen Schmuckreifen bedeckt.

Station 2: Die Waterberg Wilderness Lodge

Die nächste Station führt uns in das Naturreservat rund um den Waterberg (Afrikaans für Wasserberg). Der Blick vom Plateau in die Kalahari-Ebene ist gigantisch. Auf einem Game Drive kann man auf Oryx- oder Kuhantilopen, Kudus oder Giraffen treffen und sogar Nashörnern auf Augenhöhe begegnen. Nachdem wir eingecheckt haben und unsere romantischen Zimmer bezogen haben, haben wir uns sofort für den Game Drive am Abend angemeldet.

Waterberg Wilderness Lodge inmitten von Jaracandas

Es war schon beeindruckend, als wir während der Fahrt unsere erste Giraffe gesichtet haben. Zwischen Dornbüschen haben wir versucht die Giraffen zu verfolgen, um diese ja nicht aus den Augen zu lassen. Völlig zerkratzt sind wir wieder in den Geländewagen gestiegen.

Wer stört?

Aber schon nach kurzer Zeit haben es uns die grazilen Tiere etwas leichter gemacht. Direkt am Wegrand haben sie vorsichtig die winzigen Blätter der Büsche und Bäume abgezupft – und nur kurz haben sie ihren Blick neugierig in unsere Richtung gelenkt – um dann wieder seelenruhig weiter zu futtern. Die Begegnung mit den Giganten des Waterberg Wildernes Reservates ließ auch nicht lange auf sich warten. Eines der Nashörner ist so nah an den Geländewagen gekommen, dass ich kurz den Atem angehalten habe – ein Wahnsinnserlebnis!

..und dann taucht einer der Giganten auf..

Küsschen von Dickhäuter zu Dickhäuter

3. Station: Kerzenlichtambiente mitten im Busch – die Aoba Lodge

Kerzenscheinromantik mitten im Busch

Es hat schon etwas Einzigartiges, im Busch abends bei Kerzenlicht an edel eingedeckten Tischen mit vorzüglichem Essen zu sitzen und am 20m entfernten Wasserloch die Tiere zu beobachten. Wir haben uns für die Lodge direkt neben dem Livingstone Gate am Rande Etoshas entschieden, da diese sich im Gegensatz zu den staatlichen Einrichtungen innerhalb des Etosha Nationalparks in privatem Besitz befindet und über eine ganz kleine Einheit mit nur einer Handvoll traditionell eingerichteter Rundbungalows verfügt.

Die kleinste der Antilopen – ein Dick Dick

Das Gebiet um die Aoba-Lodge ist nicht eingezäunt, daher sind Kinder jünger als 7 Jahre nicht zugelassen. Denn rund um die Lodge ziehen mehr als dreißig verschiedene Tierarten, wie Kudus, Giraffen, Eland- und Kuhantilopen, Spießböcke, Zebras und Impalas umher. Auch Löwen, Leoparden und Geparden sind Bewohner dieser Region. Insbesondere Leoparden werden immer wieder am Wasserloch der Lodge beobachtet. Wir bekommen anstattdessen die kleinste Antilope Afrikas zu sehen – ein Dickdick! Die Zwergantilopen werden kaum größer als Hasen und sind einfach unglaublich süß.

Einen Game Drive haben wir hier nicht gebucht, da wir am nächsten Morgen in aller Frühe auf unsere eigene Safari durch die Etosha Pfanne aufgebrochen sind.

Etosha sollte das Highlight der Rundreise werden! Aber mehr noch! Etosha hat alle unsere Erwartungen übertroffen! Startpunkt unserer Safari war das Von Lindequist Gate im Osten der Etosha-Pfanne. Etosha bedeutet übrigens in der Ovambo-Sprache so viel wie „großer weißer Platz“ und beschreibt die 130 qm lange und 50 qm breite Salz- und Kalkpfanne, umgeben von Gras- und Dornsavannen sowie Mopane-Buschland im Westen und Trockenwald im Nordosten. Die Entstehung der Salzpfanne ist auf einen vor 2 Millionen Jahren existierenden See zurückzuführen, der im Laufe der Zeit ausgetrocknet ist. Die Etosha-Pfanne selbst ist fast immer trocken, aber zahlreiche Wasserlöcher im südlichen Teil des National Parks bieten die Lebensgrundlage für zahlreiche Tierarten. Hier sind auch die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) anzutreffen. Außerdem begegnet man großen Herden von Giraffen, Oryxen, Gnus, Zebras und Springböcken. Die beste Zeit für einen Besuch des Etosha National Park ist während der trockenen Wintermonate Mai bis September. Die Tiere sind zu dieser Zeit besonders auf die Wasserstellen angewiesen, die gut per Auto zu erreichen sind.

Die Eintrittspreise für den Nationalpark sind am Tor zu begleichen und belaufen sich auf (Stand Juni 2018):

  • Erwachsene: 80,00 NAD pro Tag (ca. 5 €), Stand: Juni 2018
  • plus Fahrzeug mit weniger als 10 Sitzen: 10,00 NAD (ca 0,65 €) pro Fahrzeug pro Tag
  • Kinder unter 16 Jahren erhalten kostenlosen Eintritt!

Etosha National Park Map

Hier nur eine kleine Auswahl unserer Entdeckungen:

eine Leierantilope

 

 

 

Zebras crossing!

 

 

..und dann erscheint der Vogel Strauß

 

Springböcke

 

Oryxe (Spießböcke) – vor den gewaltigen Hörnern haben auch Löwen Respekt!

 

Giraffes playing „Hide and Seek“

 

Eines haben Giraffe, Warzenschwein und Hyänen gemeinsam: Durst!

Nach diesen vielen fantastischen Tierbegegnungen hofften wir nun, auf Elefanten zu treffen. Doch unsere einzige Entdeckung in diesem Zusammenhang war Elefantendung – die Verursacher jedoch blieben nach wie vor fern. Und so fuhren wir unzählige Kilometer weiter – immer mit einem aufmerksamen U-Boot-Blick von rechts nach links und später in Arbeitsteilung: Zwei von uns waren für die linke Seite, zwei für die rechte Seite zuständig. Viele Zebras, Gnus und Springböcke grasten am kargen Wegesrand – ein traumhafter Anblick vor dem weißen, von Salz durchsetzten Boden, den kargen Gräsern und Büschen und dem tiefblauen Himmel.

Irgendwann hielten wir inne, als am Horizont eine riesige Staub- und Sandwolke aufgewirbelt wurde, die näher und näher kam. Eine Elefantenherde rannte direkt in unsere Richtung – denn zwischen uns und den Elefanten befand sich in dieser dürren Zeit das einzige Wasserloch weit und breit. Wir hielten an und wurden Zeugen eines ganz besonderen Spektakels.

Die durstigen Dickhäuter schienen gar nicht erwarten zu können, sich in dem Wasserloch zu suhlen. Gierig löschten die Tier ihren Durst. Immer wieder spritzten sie zur Abkühlung das schlammige Wasser auf ihren Rücken bis sie weiß gefärbt waren. Wir hielten inne vor Spannung. Es war grandios das Verhalten der Elefanten zu beobachten. Youngsters fingen an zu raufen, indem sie ihre Rüssel gegeneinander schoben. Die Leitkuh drehte sich immer wieder zu uns herüber und behielt uns fest in ihrem Blick. Sie passte auf, dass ihrer Herde keine Gefahr drohte.

Irgendwann signalisierte die Leitkuh ihrer Herde, dass es Zeit ist sich wieder zurückzuziehen. Aber was war das! Ein Babyelefant kam nicht mehr aus dem Wasserloch heraus! Immer wieder versuchte der Kleine dem Wasserloch zu entkommen, aber er rutschte immer wieder an der glitschigen Seite zurück ins Wasser. Einige fürsorgliche Kühe stupsten den kleinen Unglücksraben vorsichtig zurück auf festen Boden. Ein traumhafter Anblick, den man nur erlebt, wenn man diese tollen Tiere in freier Wildbahn beobachtet. Offensichtlich hat dieses Manöver den Kleinen so angestrengt, dass er sofort bei seiner Mutter wieder Kräfte getankt hat. Einfach nur süß!

Genauso schnell wie die Herde gekommen ist, hat sie sich fluchtartig auch wieder entfernt. Der nächste Tagesordnungspunkt wird wohl das Fressen sein, denn das ist rar an diesem Standort.

Eigentlich war der Tag an dieser Stelle so ereignisreich, dass man gut und gerne die kleine Safari glücklich und zufrieden hätte beenden können. Nach stundenlanger Fahrt durch die Etosha-Pfanne über Gravel Pads – immer mit angestrengtem Spähblick in sämtliche Richtungen – ist ohnehin irgendwann die Power weg.

Auf unserem Weg in Richtung Parkausgang ist uns dann etwas begegnet, was uns eindringlich vor Augen geführt hat, dass es auch in der Tierwelt ums Überleben geht und der Stärkere den Kampf um Leben und Tod für sich entscheidet. Am rechten Wegesrand lag eine tote Giraffe und es war unverkennbar, dass sie gerissen wurde. Der Anblick war alles andere als appetitlich. Ich habe diesem nicht mehr standhalten können und bewusst in eine andere Richtung geschaut. Dass sich mein Magen gerade am Umdrehen war, bemerkte ich nicht mehr. Unter Büschen in nur 10 Metern neben der Straße hechelte eine offensichtlich saftgefressene Löwenbande so gar nicht schuldbewusst um die Wette.

Ganz kurz habe ich darüber nachgedacht, dass ich vor einer guten halben Stunde überlegt – trotz eindringlichem Verbotes, Fahrzeuge in Etosha zu verlassen – hatte kurz auszusteigen, um Wasser aus dem Kofferraum zu holen. Nicht dass ich nicht gewusst hätte warum..

Und dann hat sich tatsächliche eine der staatlichen Miezekatzen erhoben, um sich unserem Auto zu nähern. Ganz nah schlich die Löwin an unser Auto heran, so dass wir sie prima beobachten konnten.

Teil II folgt in Kürze! Hier stehen Swakopmund, die wohl „deutscheste Stadt“ in Afrika, und der Namib-Naukluft Park mit den höchsten Sanddünen der Welt im Sossusvlei im Fokus… sei gespannt auf:

„Canyon, Dünen und Köcherbäume“ 

Außerdem gibt es eine Kosten- und Kilometeraufstellung für alle Streckenabschnitte als Anhaltspunkt zum Planen der ganz eigenen Namibia-Rundreise

 

 

 

 

 

 

 

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